Aktuelle Meldungen

An dieser Stelle informieren wir Sie über aktuelle Meldungen, Veranstaltungen sowie Wettbewerbe und Förderprogramme rund um Themen nachhaltiger Kommunalentwicklung.

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Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die unmittelbaren Auswirkungen sind auch in Bayern spür- und messbar. Die Durchschnittstemperatur ist im Zeitraum von 1931 und 2010 um 1,1°C gestiegen. Im Alpenraum haben sich die Temperaturen in den letzten 100 Jahren im weltweiten Durchschnitt bereits verdoppelt. Nun müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen an einem Strang ziehen.

Viele Menschen in Bayern engagieren sich für den Klimaschutz und entwickeln innovative Lösungen, Technologien und Produkte sowie clevere Strategien, die Anderen als Vorbild dienen und zum Nachmachen inspirieren können. Genau diese Initiativen werden von der Staatregierung ab sofort mit dem Bayerischen Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Vergeben wird der Bayerische Klimaschutzpreis in zwei Kategorien: zum einen an Menschen, die sich im Privaten für den Klimaschutz engagieren oder Klimaanpassungsmaßnahmen umsetzen, zum anderen juristische Personen, wie Vereine, Kommunen oder Betriebe mit herausragenden Engagement. Bis zum 19. September ist eine Bewerbung möglich. Der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz wird diesen Preis persönlich vergeben. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Landesagentur für Energie und Klimaschutz.

Temperaturrekorde im Sommer, in einigen Regionen zu viel Niederschlag, in anderen zu wenig - der Klimawandel ist messbar und an vielen Stellen ablesbar. Das Klimazentrum im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) hat den Klimawandel in den verschiedenen Klimaregionen Bayerns anhand von Klimamodellen untersucht und in die Zukunft projiziert. Die regional unterschiedlichen Ergebnisse wurden in Klima-Broschüren und Faktenblättern veröffentlicht. Die Zahlen veranschaulichen deutlich, wohin sich das Klima in Bayern bis zum Jahr 2100 entwickeln wird. Die Publikationen skizzieren zwei Szenarien: Das eine zeigt, wie sich das Klima in Bayern ohne Klimaschutz verändern wird, das zweite verdeutlicht, welche Ziele mit einem ambitionierten Klimaschutz sowie der Einhaltung der zwei Grad-Obergrenze noch erreicht werden können. Die Pressemitteilung kann auf den Seiten des LfU nachgelesen werden. Weiterleitungen zu den Broschüren und Faktenblättern sind dort ebenfalls hinterlegt.

Der am 9. August 2021 veröffentlichte Klimabericht des Weltklimarates (IPCC) bestätigt den beschleunigten Klimawandel mit verheerenden Folgen. Die Menschen müssten sich wegen der steigenden Temperaturen auf mehr Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen und Hitze einstellen, heißt es in dem Bericht. Der Weltklimarat erwähnt keine einzelnen Katastrophen, aber mit Extremereignissen sind Überschwemmungen wie jüngst in Deutschland oder extreme Hitze wie in Südosteuropa und im Westen Kanadas gemeint. Das angestrebte Ziel, die Erwärmung möglichst auf 1,5 Grad über der vorindustriellen Zeit (1850-1900) zu begrenzen, wird nach Modellrechnungen schon in den kommenden 20 Jahren überschritten, auch wenn konsequente Klimaschutzmaßnahmen eingehalten werden. Im Pariser Klimaabkommen wurde 2015 das 1,5-Grad-Ziel festgelegt. Aktuell liegt die Erwärmung bei zirka 1,1 Grad. In Deutschland sind es bereits 1,6 Grad. Die Thematik ist nicht neu und der Bericht unterstreicht, dass ein Handeln jetzt nötig ist, um drastische Folgen zu verhindern. Als realistisches Ziel werden zwei Grad benannt - allerdings nur mit strikten Umsetzungen. Für dieses Ziel müsste bis spätestens 2070 die Klimaneutralität erreicht werden. Klimaneutralität heißt, dass nur noch höchstens so viel Treibhausgas ausgestoßen wird wie Senken aufnehmen können. Deutschland strebt an bis 2045 klimaneutral zu sein. Die Weltklimakonferenz im November in Glasgow wird zeigen, welche Zielsetzungen andere Länder vorlegen. Die Zusammenfassung des Berichts für politische Entscheidungsträger haben Vertreter*innen der 195 IPCC-Mitgliedsländern einstimmig abgesegnet. Der Bericht unterstreicht, dass der gesamte Klimawandel seit Ende des 19. Jahrhunderts auf den Menschen zurückzuführen sei. Noch ist es möglich die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern.

IPCC über den 6. Sachstandsbericht
IPCC-Sonderbericht 1,5 Grad (2018) - Zusammenfassung auf deutsch

Das Zentrum KlimaAnpassung ist die erste bundesweit tätige Beratungs- und Informationsstelle ihrer Art und richtet sich mit ihren Angeboten und Dienstleistungen speziell an Kommunen und Träger sozialer Einrichtungen in ganz Deutschland. Das Zentrum unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sowie bei der Wahl der passenden Förderung.
 

Die aktuell anhaltenden Starkregenereignisse verursachen (nicht nur) in Bayern zum Teil heftige Schäden. Experten gehen davon aus, dass diese Entwicklung anhalten wird. Das Risiko von Sturzfluten und Hochwasser infolge von Starkregen steigt durch den Klimawandel noch einmal deutlich an. Um Kommunen und deren Bürger*innen besser zu schützen, möchte das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gezielt den Schutz vor Starkregen verbessern.

Die Wasserwirtschaftsverwaltung berät Kommunen in ganz Bayern im Umgang mit dieser Herausforderung, stellt umfassende Aufklärungsmaterialen zur Verfügung und fördert konkrete Maßnahmen. Im Fokus stehen „Integrale Konzepte zum kommunalen Starkregen-Risikomanagement“. Des Weiteren wird aktuell ein Leitfaden für dieses Thema erarbeitet. Weiterhin ist es möglich, Förderanträge beim zuständigen Wasserwirtschaftsamt einzureichen.

Die Konzept-Förderung stellt neben den klassischen Möglichkeiten des technischen Hochwasserschutzes gegen Sturzfluten auch Maßnahmen der Hochwasservorsorge bei der Flächennutzung und Bauleitplanung dar. Ebenfalls werden Verhaltensempfehlungen bei Hochwasser aufgegriffen.

Der neue Leitfaden stellt neben der Sensibilisierung die Möglichkeiten der Bauleitplanung in den Fokus. Auch innerhalb der Stadterneuerung können durch neu angelegte abgesenkte Grünflächen die Starkregenereignisse abgemildert werden. Gleichzeitig helfen die Maßnahmen auch beim gegenläufigen Effekt des Klimawandels: Sie wirken wie natürliche Klimaanlagen und beugen damit im Sommer zu großer Hitze in den Städten vor.

Zur ausführlichen Pressemitteilung des StMUV.